Ein allgemeiner Grundsatz aus der sportwissenschaftlichen Trainingslehre lautet:
„Koordinativ und technisch anspruchsvolle Bewegungen sind im Training zeitlich vor konditionellen Belastungen zu platzieren.“ Dabei ist wichtig zu wissen, dass mit „konditionellen Belastungen“ nicht nur das
Ausdauer-, sondern auch das
Krafttraining gemeint ist. Umgangssprachlich wird der Begriff Kondition zwar mit „Ausdauer“ synonym verwendet. In der Sportwissenschaft werden unter konditionellen Fähigkeiten hingegen Ausdauer und Kraft sowie Schnelligkeit und
Beweglichkeit zusammengefasst und von den koordinativen Fähigkeiten (z.B. Gleichgewicht und Rhythmus) abgegrenzt. Wenn beide Fähigkeiten – also koordinative und konditionelle – in einer Trainingseinheit kombiniert werden sollen, so gilt dem oben genannten Grundsatz zufolge:
„Koordination vor Schnelligkeit vor Kraft vor Ausdauer“. Bei noch näherer Betrachtung und übertragen auf das Fitnesstraining würde sich demnach folgende Belastungsreihenfolge im Rahmen einer Trainingseinheit ergeben:
#1 Koordinativ anspruchsvollere Übungen (z.B. Kniebeugen, Kreuzheben, Schlingentraining)
#2 Schnelligkeits- bzw. Schnellkraftübungen (z.B. Box Jumps, Skippings)
#3 Maximalkrafttraining (Krafttraining mit bis zu 12 Wdh., das 70% und mehr der individuellen Maximalkraft beansprucht)
#4 Kraftausdauertraining (Krafttraining mit ca. 25 bis 40 Wdh., das 50 bis 60% der individuellen Maximalkraft beansprucht)
#5 Ausdauertraining (z.B. Rudern, Radfahren, Laufen)